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Das Bärenschlössle und die drei Seen Bärensee, Neuer See und Pfaffensee liegen im Rot- und Schwarzwildpark im Westen Stuttgarts. Waldwege führen Sie auf kurze Spaziergänge und längere Touren. Hier finden Sie auch Spuren höfischer Jagd und der früheren Wasserversorgung. Heute ist der Park ein Naturschutzgebiet und ein beliebtes Ziel für Spaziergänge und Ausflüge.
Der Begriff „Parkseen“ bezeichnet manchmal fünf Seen. Zum Bärenschlössle gehören die drei Seen im Rot- und Schwarzwildpark; Katzenbachsee und Steinbachsee liegen außerhalb dieser Seenkette.
Die Runde an den drei Seen
Eine beliebte Strecke führt vom Bärenschlössle am Bärensee, Neuen See und Pfaffensee entlang. Stuttgart-Marketing beschreibt die Runde als etwa sechs Kilometer lang und weitgehend eben. Die Seenkette erstreckt sich über mehr als zwei Kilometer. Die Länge dient zur Orientierung und hängt davon ab, welche Wege Sie nehmen.
Der Weg bietet Waldabschnitte und Blicke auf die Seen. Wer eine längere Tour plant, kann vom Bärenschlössle aus auch Richtung Schloss Solitude weitergehen. Für diese Verbindung nennt die Stadt etwa drei Kilometer. Prüfen Sie vor dem Losgehen die Beschilderung vor Ort, besonders wenn Sie eine bestimmte Strecke einhalten möchten.
Zum größeren Parkgebiet gehören außerdem Wiesen, Spielplätze und Grillstellen. Die drei Seen selbst sind jedoch kein Badeziel: Sie entstanden als Teil der früheren Stuttgarter Trinkwasserversorgung. Wer mit dem Rad unterwegs ist, sollte die örtlichen Hinweise beachten. Für einzelne Wege und das Naturschutzgebiet gelten die ausgeschilderten Regeln.
Vom Jagdpavillon zum heutigen Bau
Das erste Bärenschlössle ließ Herzog Carl Eugen 1768 als Lusthaus errichten. 1817 wurde das Gebäude abgerissen und durch einen größeren, achteckigen Jagdpavillon ersetzt. Das ursprüngliche Gebäude ist also nicht erhalten.
Ein Bombenangriff zerstörte den Pavillon 1943 fast vollständig. In den 1960er-Jahren wurde er wieder aufgebaut; 1994 vernichtete ein Feuer das Gebäude erneut. Beim Wiederaufbau orientierte man sich weitgehend am früheren Jagdpavillon. Durch die verglasten Türen im Obergeschoss sehen Sie auf den Bärensee und die Hirschwiese.
Die höfische Nutzung hat auch die Parklandschaft geprägt. König Friedrich I. ließ den Park 1815 anlegen und dort nach städtischen Angaben 568 Rothirsche und 138 Damhirsche einsetzen. Das sind historische Zahlen, keine Angaben zum heutigen Wildbestand. Beweidung, das Sammeln von Laub für Einstreu und die Jagd prägten den Wald über lange Zeit. Diese Nutzung hat manche Bäume ungewöhnlich geformt.

Die Parkseen als Trinkwasserspeicher
Die Parkseen dienten früher als Speicher für Stuttgarts Trinkwasser. Bäche speisten die Seen; die Trinkwassernutzung endete 1998. Die drei Seen gehören heute zur Landschaft und erinnern an die frühere Wasserversorgung. Eine gemeinsame Entstehungsgeschichte ist nicht belegt. Die städtischen Darstellungen behandeln die Geschichte der Seen unterschiedlich ausführlich und nennen keine gemeinsame, genaue Entstehungszeit.
Am Nordufer des Pfaffensees liegt ein gemauerter Zugang zum Christophstollen. Der Tunnel stammt nach Angaben von Stuttgart-Marketing aus dem Jahr 1566; durch ihn fließt Wasser weiter in Richtung Heslacher Wasserfälle. Manche halten den Zugang für eine Bärenhöhle oder einen Bärenzwinger. Die touristische Darstellung ordnet ihn dem Stollen zu und weist die Bärenzwinger-Erzählung zurück.
Naturschutz im Rot- und Schwarzwildpark
Der Rot- und Schwarzwildpark ist Naturschutzgebiet und zugleich ein stark besuchtes Naherholungsgebiet. Der Rotwildpark erhielt 1939 Schutz; 1958 wurde das Schutzgebiet erweitert. Wald, Wiesen und Gewässer bieten Lebensraum für verschiedene Tierarten. Eine Broschüre des Landes nennt unter anderem Greifvögel und Spechte. Außerdem führt sie Rehe, Wildschweine, Füchse und Dachse auf, jedoch ohne aktuelle Bestandszahlen.
Viele Menschen kommen zum Spazierengehen, Joggen oder Radfahren, besonders an Wochenenden. Es gibt keine Zahlen zu den Besuchern oder zu den konkreten Folgen der Freizeitnutzung für Tiere. Rücksicht ist trotzdem wichtig: Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen und richten Sie sich nach den Schildern im Schutzgebiet. So vermeiden Sie, empfindliche Bereiche unnötig zu stören.
Anreise zum Bärenschlössle
Für die Anfahrt nennt Stuttgart-Marketing unter anderem die Bushaltestelle Schattengrund, die von der Linie 91 bedient wird, sowie Parkmöglichkeiten entlang der Magstadter Straße. Verbindungen, Haltestellen und Parksituation können sich ändern. Prüfen Sie sie deshalb vor der Fahrt in den aktuellen Verkehrsinformationen oder vor Ort.
Wenn Sie am Wochenende kommen, rechnen Sie mit mehr Andrang auf den Wegen und rund um das Bärenschlössle. Für einen ruhigen Spaziergang lohnt sich ein Besuch außerhalb der typischen Ausflugszeiten. Nehmen Sie außerdem Rücksicht auf andere, besonders auf schmalen Wegabschnitten und an den Ufern.



