Kinos in Köln Innenstadt

Die Kinos in der Kölner Innenstadt

Die Kinos in und um Köln. Nur Kinos mit aktuellen Vorstellungen sind aufgeführt. Und auch im Kölner Generalkino sind mit perfekter Technik ausgestattete Säle zu Hause. Das Kino lieben wir, wir brauchen das Kino, und wir wollen dem Kino wieder neues Leben einhauchen. So haben wir in den letzten fünf Jahren vier Wiedereröffnungen von Kinos in der Innenstadt.

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Er leitete die Jungen, die in den Tagen vor den Aufführungen auf der Strasse Programmhefte unter den Besuchern verteilten, ohne viel Aufmerksamkeit in den bereits verdunkelten Zuschauerraum der "Filmhof Lichtspiele" in der Stammheimer Stammheimstraße zu lenken. "Ein junges Mädchen im Badekleid war der Anlass, den Spielfilm erst im Alter von zwölf Jahren zu veröffentlichen - so war es damals", schaut der heute 77-jährige Helmut Löhr zurück.

Die erste Filmvorführung in Köln erfolgte am zwanzigsten 4. Mai 1896 in einem Wohnhaus am ehemaligen August- inerplatz, heute Hohen Perforte, am Rhein. "Die ganze Großstadt wurde aber schnell zur Kino- und Filmstadt - auch die Stadtteile am rechten Rheinufer", sagt Marion Kranen vom Verband "Köln im Film", dessen Mitglied sich der Forschung und Darstellung der Kino- und Filmgeschichte Kölns verschrieben hat.

Allein am rechten Rheinufer gab es zwischen 1896 und heute mehr als 20 Kinos. Früher war der Gang ins Kino jedoch ein ganz anderer Sport als heute - in den 1950er Jahren, vor allem aber in den ersten Jahren des neuen Filmmediums vor mehr als 120 Jahren. "In den ersten Jahren waren die Kinos in Theatern und Restaurants improvisiert, um mehr Kunden zu gewinnen", erklärt er.

Am Beispiel des "Rheingold-Theaters" in Mülheim, das der Wirt Josef Kühbach im Dez. 1907 in einer angemieteten Halle in der Bücherheimer Strasse 9 eröffnete, zeigt der kölsche Amateurcineast Rolf Bauerfeind. Wöchentlicher Programmwechsel, das Unternehmen floriert und schon 1910 konnte Josef Kühbach mit einem noch schönen und grösseren Kinosaal mit 200 Sitzplätzen aufwarten, das "Zentrale Lichtspielhaus" in der Keupstrasse 69", ergab Bauerfeinds Suche.

Die Forschungen von Bauers und Kranens und der Mitglieder des Vereins "Köln im Film" kennen weitere Vernissagen aus den ersten Jahren des Kinos. So in Mülheim die "Kaiser Lichtspiele" an der Bukheimer Strasse, das "Moderne Theater" an der früheren Treppenstrasse und das "Odeon" an der Berlinstrasse auf der Ebene des jetzigen Stadtplatzes.

"Als Fluhbuud war das Haus an der Kreuzung Glücksburgstraße / Frankfurter Strasse bekannt", weiss Rolf Bauerfeind. Die neuen Kinos waren zunächst weitestgehend jugendfrisch. Mit der " Polizeiverordnung Köln " von 1911 wurde sogar eine vorläufige Zensur von Filmen eingeleitet. Das alles hinderte jedoch nicht daran, die Buchseheimer Strasse zum "Broadway Mülheims" zu entwickeln, wie Bauerfeind es nannte.

Das " Neue Theater " wurde 1925 in der Büchheimer Strasse eröffnet und die "Residenz" 1931 in unmittelbarer Nachbarschaft. Damals flackerten in der Wiener Innenstadt in der Wiener Innenstadt und auf der Wiener Innenstadt die "Union Lichtspiele", kurz "Uli" genannt, für Stimmung. "Günstig war diese Tendenz auch durch die Verleihmöglichkeit, da das Nachbarland Köln Anfang des zwanzigsten Jahrhundert eine bedeutende Filmstadt im Abendland war", beschreibt er.

Bruno Fischli hat ein Werk veröffentlicht, das Kinos in ihren frühen Jahren als bedeutende gesellschaftliche und kommunikationstechnische Stätten in Köln beschreibt: "Vom Sehen im Dunkeln - Kinogeschichten einer Stadt". "Das" ist auch der Name eines Buchs von Marion Kranen und Irene Schoor vom Verband "Köln im Film".

In der Mülheimer Grünenstraße öffnete das " Kopfwerk Ludwig Epkens " seine Pforten, das als erstes Unternehmen in Deutschland 16mm Agfacolor-Farbfilme baute. Davor waren jedoch im Zweiten Weltkrieg viele Filmvorführungen und Kinos durch Atombomben zerbrochen. In der NS-Diktatur in den 30er und 40er Jahren hatten die Kinos am rechten Rheinufer das gleiche Schicksal wie die anderen Kinos in Köln und ganz Deutschland: Denn ab 1934 durften die Eigentümer nur noch Kinos betreiben, wenn sie Mitglied im "Reichsverband der Deutschen Filmemacher" wurden.

"Dazu bedarf es arischer Beweise und ideologischer Verlässlichkeit", sagt Rolf Bauerfeind. Die Mülheimer Kinos, wie das "Odeon" in der Von-Sparr-Straße, das "Union-Theater" in Frankfurt und das "Neue Theater" in der Buchheimer Str., konnten nach dem Zweiten Weltkrieg nur teilweise wieder in Gang gebracht werden - bis in die 70er Jahre.

Der " Heck " am Cleveren Ring wurde 1956 eröffnet und 1982 nach einer Rennaissance als Filmtheater aufgelassen. Sie war das einzige erhaltene Filmtheater der einst reichhaltigen Filmlandschaft im Landkreis Mülheim. Doch bis 1994 gelang im Höhehaus der Ansatz, das Filmangebot durch weitere Unterhaltungsangebote zu untermauern. In " Filmdancing Alt-Berlin " in der Strasse Am Weißenbruch wurden beispielsweise Filmvorführungen und Disko miteinander verbunden, die Vorstellungen wurden für die Besucher zum Tanz abgebrochen.

"Ein wahrer Kultplatz", den auch Rolf Bauerfeind gerne besuchte. "Damals war ich betrübt, aber damals gab es schon ein paar andere Kinos als gute Alternativen."

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